„Blutnacht auf dem Schreckenstein“

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Das Schuljahr 2009/ 2010 war für die Klasse 9d der Dammrealschule ein ganz besonderes. Neben des normalen Unterrichtsalltages hatten sich die Schülerinnen und Schüler in einer Projektklasse zusammengefunden, um gemeinsam das Theaterstück „Die Blutnacht auf dem Schreckenstein“ auf die Bühne zu bringen. Dabei handelt es sich nicht um irgendein x-beliebiges Stück, sondern um ein Theaterstück, das im Juni 1943 im Konzentrationslager Dachau von Häftlingen uraufgeführt und auch von ihnen geschrieben worden war.

Die Klasse 9d hat das Stück – angepasst an das Jahr 2010 – gespielt und in eine Ausstellung eingebettet, die sich mit dem Leben und dem Alltag in einem Konzentrationslager (am Beispiel Dachau) auseinandersetzte.

In Kooperation mit der Gedenkstätte Dachau, konnten wir sowohl das Stück wiederbeleben als auch in einem viertägigen Workshop in Dachau einen näheren Eindruck über das Leben der damaligen Häftlinge bekommen. Die Emotionen aus Wut, Fassungslosigkeit, Grauen, Trauer und Scham erhielt ein Ventil durch die künstlerische Darstellung. Schüler, die in dunklen Farben mit groben Pinselstrich ihren Gefühlen freien Lauf ließen, andere die in akribischer Kleinarbeit das Konzentrationslager als Modell erstellten und wieder andere, die eine Arrestzelle bauten, die keine andere Position als stehend in totaler Dunkelheit zuließ. Der Kreativität der Schüler war keine Grenzen gesetzt und das Ergebnis beeindruckend, bewegend und einzigartig.

Das Stück, das am 13. Juni 2010, in Gedenken an die Premiere am 13. Juni 1943 in Dachau, in der Sporthalle der Dammrealschule aufgeführt wurde, zeigte die ganze Grausamkeit des Regimes und für all diejenigen, die Schwierigkeiten hatten, die vordergründig „lustige“ Ritterposse auf ein entwürdigendes und menschenverachtendes System zu übertragen, halfen parallelgeschaltete Bilder auf einer Großleinwand, die die Botschaften für jeden deutlich machten.

Der Klasse war es wichtig, nicht nur historisch zu arbeiten, sondern darauf hinzuweisen, dass auch heute noch politische Systeme auf der Welt existieren, die mit Terror, Angst und Tod ihre Bürger demütigen und entrechten.

Shkurtes gesungenes Lied „Die Gedanken sind frei“, erzeugten auch bei den Hartgesottensten Gänsehaut und hinterließ Nachdenklichkeit bei den Besuchern.

Unser verstorbener Rektor Herr Wedel sah in diesem Projekt die große Chance, die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verschmelzen. Er war davon überzeugt, dass dieses Projekt einen Beitrag zu einem toleranteren und bewussteren Miteinander leisten würde. Da diese Werte auch immer im Zentrum seiner Arbeit standen, wollten sowohl die Schülern der Klasse 9d als auch das verantwortliche Lehrerteam, dieses Projekt in dem Gedenken an seine Person zu einem Erfolg führen und alle waren stolz, diesen Beitrag geleistet zu haben und ein für alle Beteiligten unvergessliches Projekt in die Tat umgesetzt zu haben.

Victoria von Bernus

13. Juni 2010