Heilbronner Friedensweg

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Heilbronner Friedensweg: 75 Jahre – Gedenktag 4.Dezember

Bei Geburtstagsbesuchen erfahre ich immer wieder etwas über die Nacht, als Heilbronn zerstört wurde. Umso erschreckender war für mich die Tatsache, dass viele unserer Schülerinnen und Schüler gar nicht wussten, an was wir am 4. Dezember in Heilbronn erinnern.

„Das Gedenken muss an die nächste Generation weitergehen.“ Das war einhellige Meinung. Und so schlossen sich verschiedene Gruppen zusammen, um einen großen Friedensweg durch Heilbronn zu organisieren.

Eine der drei Stationen, an denen die Besucher des Friedenswegs stoppten, war die Nikolaikirche. Drei Zeitzeugen aus unserer Gemeinde schilderten sehr bewegend wie sie als Kinder den 4. Dezember 1944 erlebt haben. „Kein Aufwand ist zu groß, um Krieg zu verhindern“, lautete ein Schlussstatement eines Zeitzeugen. 

Treffend brachte er damit das auf den Punkt was auch die Schülerinnen und Schüler der Dammrealschule in ihren friedensethischen Botschaften zum Ausdruck brachten. 

Einen ganzen Tag bekamen wir vom Rektor der Dammrealschule Herrn Slawomir Siewior Zeit, um mit den Schülerinnen und Schülern der neunten Klasse über den 2.Weltkrieg zu sprechen und herauszuarbeiten, welche Werte und Handlungsmaxime für uns wichtig sein müssen, um den Frieden in Deutschland zu erhalten und Krieg zu verhindern. Für einige Schülerinnen und Schüler war das Thema besonders nah, da sie vor kurzer Zeit erst selbst aus Kriegsgebieten geflohen sind. Von Seiten der Schülerinnen und Schüler kam den Zeitzeugen eine sehr hohe Wertschätzung entgegen. Für die jungen Leute war es etwas ganz Besonderes, dass sie Zeitzeugen kennenlernen konnten, die ihre Geschichte mit ihnen geteilt haben. 

Der Abschluss des Friedenswegs fand dann am Bildungscampus statt, wo wir Hochschulseelsorgerinnen zu einem interreligiösen Friedensgebet zwischen Christen, Juden und Muslime einluden. Zum Abschluss gab es dann noch die Möglichkeit sich bei Livemusik, Snacks und Getränken zu unterhalten. 

Pfarrerin Christine Marschall